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Detken spricht auf dem TechForum "Nutzungspotenzial von Voice over IP"

Auf dem aktuellen TechForum der LANline und Computerzeitung wurde in München zwischen dem 5. und 6. Juli der Solution-Kongress Nutzungspotenzial von Voice-over-IP (VoIP) präsentiert. Im Vordergrund standen Grundlagen, Einsatzmöglichkeiten, Rationalisierungspotenziale und Migrationsbeispiele. Neben führenden Herstellern wurde die Keynote Session von Dr. Kai-Oliver Detken, Geschäftsführer der DECOIT GmbH, gehalten. Die Veranstaltung war mit über 200 Teilnehmern im City Hilton Hotel sehr gut besucht, was auch den Stellenwert von VoIP verdeutlicht.

Der Einsatz von Voice over IP verspricht zum einen die Senkung der Kommunikationskosten und zum anderen ergeben sich bei einer durchdachten Integration mit Anwendungen neue Geschäftsmöglichkeiten. Erste Einsatzbeispiele zeigen klar, dass im Vorfeld eine saubere Konzeption notwendig ist, um alle Klippen bei der Migration zu umschiffen. Für kleine und mittlere Unternehmen eignet sich auch ein Managed- oder Hosted-IP-Ansatz, bei dem neben dem reinen Telefonie-Outsourcing auch gleich neue Anwendungen in einem ASP-Modell betrieben werden können. Weitere Aspekte hat die Auswahl der richtigen Infrastruktur, muss ein Voice-fähiges IP-Netzwerk doch ganz andere Anforderungen erfüllen als eine auf Datendurchsatz optimiertes. Zudem sind mittlerweile auch bei den Endgeräten eine Vielzahl von Funktionen verfügbar, die bislang mehr bei ISDN-Telefonen bekannt waren. Zusätzlich kommen hier auch noch Anforderungen an die End-to-End-Sicherheit der Systeme ins Spiel. Die Abhörsicherheit lässt sich zum Beispiel über entsprechende Endgeräte realisieren.

Die Keynote Session führte in die Thematik ein und sollte einen Überblick über die Technik geben. Lange hat man bisher über VoIP geredet, jetzt beginnen die Implementierungen. Dr. Kai-Oliver Detken lieferte dabei Informationen zum Stand der Technik und berichtet von praktischen Problemen und Erfahrungen. So wurde zuerst einmal die unterschiedlichen Begriffe wie VoIP, IP-Telefonie und CTI (Computer Telephony Integration) erläutert und in den richtigen Kontext gestellt. Anschließend wurde ein Überblick über die Technologie gegeben. So ist VoIP auf der einen Seite ein Provider-Thema, was auf den Massenmarkt und mittelständische Unternehmen abzielt und auf der anderen Seite lassen sich auch professionelle Lösungen mittels IP-Telefonie im Unternehmen aufbauen. Trotz anfälligerer Qualitäten von VoIP bzgl. Laufzeiten und Jitter wird diese Technik sich gegen ISDN durchsetzen. Dies ist beschlossene Sache bei Providern, Herstellern und Telekommunikationsanbietern. Allerdings sind die technischen Randbedingungen zu beachten und die neuen Anforderungen beim Design der Datennetze zu berücksichtigen. Als Realisierungsbeispiel nannte Detken das Open-Source-Projekt Asterisk, welches bereits von der DECOIT GmbH erfolgreich getestet und eingesetzt wird. Astersik stellt eine Software-basierte TK-Anlage dar und baut auf Linux sowie dem SIP-Protokoll zur Signalisierung auf. SIP wird H.323 klar als Signalisierungsprotokoll ablösen, auch wenn heutige Endgeräte oftmals noch beide Varianten anbieten. Grund sind das direkte Aufsetzen auf IP-Applikationen, geringere Komplexität und URL-basierte Signalisierung. Abschließend warnte Detken noch davor VoIP ohne Planung der Sicherheit, des QoS und LAN/WAN Design einzusetzen. Wenn man aber alle Randkriterien berücksichtigt, kann man heute bereits VoIP mit einer ISDN-ähnlichen Qualität einsetzen – die Produkte sind dafür Reif. Sein gesamter Vortrag kann hier oder in unserem Download Center herunter geladen werden.  

Die Sicht der Hersteller unterschied sich auf der Veranstaltung nur unwesentlich voneinander. Alcatel und Siemens haben ihre TK-Anlagen VoIP-fähig gemacht und bieten dementsprechende Schnittstellen an. Während Siemens IP-Telefone für den Massenmarkt herstellen möchte, hält sich Alcatel hier komplett heraus. Man setzt hier eher auf SoftPhones. Interessiert wird von den Herstellern auf den Providermarkt geschaut, der im SOHO-Bereich mittels DSL Privatkunden erreichen will. Hier funktioniert die Anbindung nach dem Peer-to-Peer Prinzip mit eigener VoIP-Rufnummer. Trotz keiner Garantiezusagen über das Internet funktioniert aufgrund der ausgebauten Netze die VoIP Technik erstaunlich gut. Allerdings kann man sie hier eher mit Mobilfunkqualität vergleichen. Ein Vorteil ist, dass eine einmal vergebene Rufnummer überall in der Welt einsetzbar ist. Der Nachteil: Kosten entstehen bei „externen“ Gesprächspartnern. Fast alle Internet-Telefonie-Angebote sind heute auf den SOHO-Markt ausgerichtet. Eine Möglichkeit ist die Centrixlösung, wie Broadnet/Telefonica sie beispielsweise anbietet: es steht keine Anlage beim Kunden – die gesamte Telefonie wird über das Netz des Providers geführt, der eine virtuelle TK-Anlage anbietet. Erste Schritte für den Enterprisemarkt werden von COLT und der EWEtel vorgenommen. Allerdings ist die Sicherheit dabei zu beachten.

Das Protokoll H.323 liegt inzwischen bereits in der Version 5 vor. Es kommt aber aus der Telefoniewelt und hat seine Stärken im Videokonferenzbereich. IP-Telefonie benötigt daher nur einen kleinen Teil dieses Rahmenwerks. SIP von der IETF wird durch Vereinfachung der Kommunikation und direktes Aufsetzen auf dem Application Layer H.323 ablösen – hierin sind sich alle Hersteller einig. Allerdings sind heute komplexe Funktionen von ISDN TK-Anlagen noch nicht komplett anwendbar. Auch netzwerkübergreifende Leistungsmerkmale bleiben auf der Strecke. Hinzu kommt, dass die Entwicklung lange noch nicht abgeschlossen ist, weshalb es zu Interoperabilitätsproblemen kommen kann. SIP birgt allerdings auch viele Freiheitsgrade in der Implementierung. Beispielsweise hat die Firma Zultys Enrope mit dem Produkt MX250 eine SIP Proxy/Gateway Lösung entwickelt. Call Center Architekturen lassen sich allerdings momentan schlecht mittels SIP umsetzen

 

Neben SIP wird XML eine immer bedeutendere Rolle bei VoIP spielen. Voice XML kann als Plattform für Applikationen zur Erweiterung von IP-Telefoniefunktionen verwendet werden. Beinhalten kann dies Funktionen wie Steuerung von Gebäudesicherungstechnik, MS Office Informationen oder CTI -Funktionen auf dem IP Phone (Ruf heranholen, weiterleiten, etc.). Alcatel sieht SIP als Meilenstein in der Entwicklung und Cisco Systems hat vor Jahren bereits ein eigenes XML Framework zur Entwicklung von XML-Applikationen ins Leben gerufen, um IP-Telefonie mit Mehrwerten auszustatten.

Auch Softphones im IP-Umfeld werden eine zunehmende Verbreitung finden. Im SOHO-Markt wird dazu eine Software auf dem PC verwendet. Im Enterprise Bereich muss die TK-Anlage Softphones Activities unterstützen (UC4980). Eine Nachbildung des Telefons befindet sich dabei auf dem Bildschirm. Besonders interessant ist die Funktion Nomadic Mode. Sie erlaubt es jedes definierte Endgerät mittels CTI zu nutzen. Einstellungen können via Web-Browser oder über das Telefon via Sprachbedienerführung vorgenommen werden. Dies senkt die Kosten im Home Office oder Hotel, da die TK-Anlage den Benutzer anruft, unabhängig vom Ort an dem er sich befindet, und auch eigene Telefonate von der TK-Anlage der Zentrale initiiert werden.  Über ein Web-Interface können somit alle Anrufer gesehen werden bzw. Anrufe initiiert werden. Auch lassen sich Softphones hervorragend in Web-Portale integrieren.

Wenn Sie Fragen zu VoIP, IP-Telefonie oder Integrationsmöglichkeiten haben sollten, so können wir Ihnen von der DECOIT GmbH auf jeden Fall weiterhelfen – entweder mit einer eigenen Open-Source-Lösung oder mit Herstellerlösungen. Sprechen Sie uns gerne an!

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