DECOIT GmbH stellt auf Partner Summit von Univentionneues Produkt vor: Asterisk4UCS
Gemeinsam mit Partnern, Vertretern der Fachpresse und Kunden startet Univention am 19. Januar 2012 auf dem Bremer Flughafen in das neue Geschäftsjahr. Im Mittelpunkt stand das gerade freigegebene UCS 3.0, dessen Highlights umfangreiche Active-Directory-Funktionen, eine komplett überarbeitete Nutzeroberfläche und bessere Unterstützung von Cloud-Szenarien sind. In separaten Business- und Technik-Workshops erhielten die Teilnehmer u.a. detaillierte Einblicke in die Active-Directory-Funktionen von UCS 3.0, in Desktop- und Client-Virtualisierung mit UCS und die neue Price Policy von Univention. Im Ausstellungsbereich präsentieren Univention Technologiepartner, unter denen auch die DECOIT GmbH vertreten war, ihre für UCS-zertifizierten Lösungen - von VoIP-Anwendungen (Asterisk4UCS der DECOIT) über Backup bis hin zu verschiedenen Groupware- und Kollaborationslösungen. Abgerundet wurde der Tag durch einen Ausflug in die unendlichen Weiten des Weltalls bei Astrium, bevor Univention am Abend seinen zehnten Geburtstag feierte.
Im Einführungsvortrag von Peter Ganten wurde das letzte Geschäftsjahr kurz präsentiert, welches ein weiteres Wachstum bei Mitarbeitern und Umsatz ergab. Im Mittelpunkt stand aber die neue UCS-Version 3.0, die einige Verbesserungen gegenüber 2.x mit sich bringt. Teilweise wurden einige Code-Bereiche komplett entfernt, um eine größere Homogenität zu erreichen. Zudem wurden aktuelle Web-Technologien in UCS3.0 verwendet. Windows 7 stellte bislang ein Problem dar, da dieses Betriebssystem unbedingt eine AD benötigt. Deshalb war der Einsatz von Samba 4 unbedingt notwendig, welches in der UCS-Version 2.x noch nicht erhältlich war. Mit UCS3.0 stellte Univention das bisher einzige Linux-Betriebssystem vor, welches Samba 4 verwendet. Zusätzlich will Univention mit UCS3.0 in die Cloud starten, da der Zugriff auf Unternehmensdaten in Zukunft von überall her möglich sein muss. Dabei werden offene Standards immer wichtiger, was auch Microsoft inzwischen eingesehen haben dürfte. Univention wird allerdings nicht selbst zum Cloud-Anbieter, sondern die Partner sollen in die Lage versetzt werden Cloud-Dienste anzubieten.

Anschließend wurde in einer Demo der UCS3.0 vorgeführt. Als Szenario wurde ein bestehendes Unternehmensnetz auf Basis von Windows verwendet, welches zusätzliche Cloud-Anwendungen durch UCS3.0 nutzen sollte. Dafür stand ein UCS-Server in der Amazon-Cloud zur Verfügung. Das Unternehmen besitzt einen Windows 2008 Server mit Active Directory (AD). Als nächstes wurde der UCS-Server in der Cloud mit der AD des Unternehmens verbunden, so dass beide Verzeichnisdienste sich synchronisieren konnten. Neu angelegte Benutzer in der AD waren anschließend auch in der Cloud verfügbar. Auf dem UCS-Server wurde nun die Groupware Zarafa installiert. Dies wurde über den AppStore von Univention vorgenommen, aus dem sich zertifizierte Anwendungen sehr einfach installieren lassen. Teilnehmer aus der AD können nun auch in der Groupware verwendet werden. Man erreicht dadurch eine wesentlich höhere Flexibilität, da man entscheiden kann welche Serveranwendungen intern oder extern laufen. Die Benutzerverwaltung kann nun auf Windows- oder UCS-Basis geschehen. Einziger Unterschied ist das Anlegen von Gruppenrichtlinien, die von UCS nicht unterstützt werden, da dies zu Windows-spezifisch ist und von Samba 4 noch nicht unterstützt wird.

Im Anschluss daran hatten die Technologiepartner das Wort und konnten ihre Lösungen vorstellen. Mit dabei wieder alle Groupware-Anbieter, wie OpenXchange (OX), Zarafa und Kolab. Dabei wird OX heute inzwischen von allen großen Hostern wie Strato und 1&1 genutzt, um Groupware-Funktionalität anzubieten. Dies wird auf Web-Basis zur Verfügung gestellt. Dies wird auch von Zarafa favorisiert, neben der möglichen Outlook-Anbindung. Man will aber zukünftig nur noch auf Web-Zugriff setzen. Zusätzlich sollen weitere Anwendungen wie Chat, Videokonferenzen und DMS-Integration mit agorum angeboten werden. Kolab sieht ebenfalls immer noch Verbesserungsbedarf bei der Outlook-Anbindung. Die Bynari-Connector-Lösung ist immer noch nicht zufriedenstellend gelöst worden. Man arbeitet aber weiter daran, bietet aber ebenfalls eine Web-Alternative mit Horde an.

DECOIT als Technologiepartner der erste Stunde (mit der damals bereits rein Web-basierten Groupware OSGA - www.osga.de) stellte seine neuste Lösung vor: Asterisk4UCS. Dieses Produkt stellt eine wirkliche Integration von bestimmten Asterisk-Funktionen wie Warteschleifen, Music-On-Hold, Fax etc. sowie das Management von IP-Telefonen dar. Damit verfolgt Asterisk4UCS einen anderen Ansatz als viele Web-basierte Oberflächen (u.a. Gemeinschaft) zur Verwaltung eines Asterisk-Telefonservers. Es wird nicht versucht die gesamte Funktionalität von Asterisk abzubilden, was sowieso von keiner GUI-Lösung erreicht wird, sondern es wird eine IP-Telefonie-Infrastrukturlösung angeboten, die IP-Telefone verwaltet und auf den Teilnehmer bindet. Dabei werden die wichtigsten Funktionen des Asterisk-Servers, die kontinuierlich im laufenden Betrieb geändert werden, abgebildet. Es kann dabei sowohl die neuste UCS-Version, als auch die neuste Asterisk-Version eingesetzt werden. Auch das unterscheidet Asterisk4UCS von den GUI-basierten Ansätzen anderer Hersteller.

Im Technical Track wurde dann die UCS3.0-Version genauer vorgestellt. UCS 2.x besitzt mit Samba 3 noch ein NT-Domänen-Modell mit dem direkten Zugriff auf LDAP. Die Samba3-Integration wird über BIND, Kerberos und OpenLDAP realisiert. Das Management wird mit UMC/UDM vorgenommen. UCS3.0 hingegen setzt bereits auf Samba4-Eigenschaften. Samba 4 ist allerdings bereits seit 4-5 Jahren in der Entwicklung und konnte noch nicht ganz vollendet werden. Integriert wurde ein AD-Domänenmodell mit Kerberos-, LDAP- und Name-Service. Dabei werden auch Gruppenrichtlinien unterstützt. Der Datenabgleich zwischen dem Samba4-DC wird per DRS vorgenommen. Derzeit sind aber noch nicht alle Leistungsmerkmale abgebildet im Sinne einer AD. So fehlt z.B. noch die Vertrauensstellung oder die Möglichkeit einer Schemaerweiterung. Auch existieren in Samba 4 bislang keine stabile File- und Printservices, weshalb dies mit Samba 3 realisiert worden ist.

Die UCS-Integration beinhaltet nun einen eigenen LDAP-Server, eine eigene Replikation (Replikation zwischen Domain Controllern mittels AD-Protokoll) und sog. Multi-Master-Szenarien. Die AD-Kompatibilität ist mit Standardmechanismen gegeben, wie MS Share Point, MS SQL, File, Print auf Windows-Servern. Problematisch könnten noch Schemaerweiterung sein oder Mischumgebung mit verschiedenen Windows-DCs, was manuelle Konfiguration beinhalten würde. Als Projektbeispiele für UCS-Systeme können genannt werden: neue UCS-Projekte mit speziellen Anforderungen, reine File- und Printservices, Projekte mit Samba unter UCS 2.4, Update von UCS 2.4 ohne Bedarf an AD-Features, neue UCS-Projekte mit Windows7-Clients sowie Migrationsprojekte.

Die aktuelle Version UCS 3.0 wird ständig weiter entwickelt und soll Ende dieses Jahres bereits in die Version 3.1 übergehen. Dabei wird die Handhabung weiter vereinfacht sowie die Anbindung mobiler Endgeräte zur Administration von UCS ermöglicht werden. Die Konfiguration mobiler Geräte wird mit RADIUS-Integration und ActiveSync erfolgen. Ein AppStore für 3rd Party Produkte wird es in Zukunft ebenfalls bei Univention geben. Die Template-Erstellung für neue UMC-Module soll vereinfacht werden sowie die Mischumgebung mit der AD verbessert. Eine Vertrauensstellung soll als nächstes implementiert werden. Bei der Virtualisierung soll die Storage-Verwaltung ausgebaut werden, die einen direkten iSCSI-Zugriff ermöglichen soll. Der größte Arbeitsaufwand wird aber Univention bei der Umsetzung der verschiedenen UCS-Komponenten wie UCS@school und UCD treiben müssen.

Abschließend wurde festgestellt, dass die Welt immer heterogener wird, wenn man sich alleine nur die Endgeräte-Vielfalt ansieht. Dieser Trend wird sich auch im Serverumfeld weiter fortsetzen. Der Kunde muss dabei mehr Auswahl und Kontrolle über seine IT-Infrastruktur bekommen bzw. behalten, was durch die UCS-Lösung möglich ist. Auch wird sich die IT durch die Cloud deutlich verändern. Es geht dabei nicht nur darum Nutzen und Risiken abzuwägen, da die Cloud so oder so kommen wird, weil sie viele Vorteile für den Anwender verspricht. Die Infrastruktur muss sich an die neuen Anforderungen anpassen. UCS3.0 setzt dafür den entsprechenden Meilenstein.
Univention wird auch wieder auf der CeBIT vertreten sein, um UCS3.0 und Partnerlösungen vorzustellen. Die DECOIT GmbH wird als Technologie- und Premium-Partner wieder mit an Bord sein, um eigene Lösungen wie Asterisk4UCS zu präsentieren. Wir freuen uns daher auf ihren Besuch!