Erstes VISA-Entwicklertreffen fand in Bremen bei der DECOIT GmbH statt
Im Februar fand das erste Entwicklertreffen des VISA-Konsortiums (www.visa-project.de) statt, das u.a. die Frage klären wollte, wie gemeinsam die Aufgaben angegangen werden können, die während der Analysephase sich ergeben haben. Schwerpunkte waren u.a. das OMF-Framework des australischen Partners NICTA, libvirt-Ansätze zur grafischen Virtualisierung und zentrale Administrationsmöglichkeiten der virtuellen Maschinen einer VSA. Das Treffen war sehr produktiv und mündete in entsprechenden Aufgaben, die nun zügig angegangen werden müssen.
Das OMF-Framework der NICTA ist aktuell bereits bei Fraunhofer SIT in Darmstadt testweise in Betrieb und wurde während des Treffens live gezeigt. Hierbei wurden zwei Knoten präsentiert, die mittels Ruby-Skript die Konfiguration des Servers übergeben bekommen haben. Dafür sind OMF die Schnittstellen bekannt, über die andere Rechner erreicht werden können. Durch OMF können nun Images verteilt und gestartet werden. Dies ist speziell für große Umgebungen vorgesehen worden, mit mehreren tausend Knoten. Aktuell ist OMF für physikalische Maschinen ausgerichtet. Dies soll sich aber zukünftig ändern. Fraunhofer SIT, DECOIT und NICTA werden die Weiterentwicklung hier vorantreiben.

Die FH Dortmund präsentierte eine MindMap zur Darstellung der libvirt-Möglichkeiten. KVM stand dabei im Zentrum der Überlegungen, da dies für VISA ausgewählt worden ist. Mit libvirt lassen sich virtuelle Netze einrichten und konfigurieren. Da libvirt aber nur Single Node Operations nutzt und auch nur Bridging ermöglicht, wurden eigene Skripte von der FH Dortmund entwickelt. Während des Meetings wurde live die LISA-Testlaborumgebung von der FH Dortmund gezeigt und wie die eigenen Skripte verwendet werden können. Diese ermöglichen in jedem Fall eine höhere Funktionalität, als dies bisher möglich ist. Aktuell gibt es eine Reihe von Tools, die auf libvirt aufbauen, die entsprechend untersucht werden müssen. Auch OMF will zukünftig libvirt mit integrieren, da man das Framework auf OpenStack-Basis erweitern will. Dies würde auch der FH Dortmund entgegenkommen, da man sich hier mit Cloud-Lösungen bereits auseinandersetzt.
Die DECOIT GmbH zeigte eine Administrationsmöglichkeit, die zentral für unterschiedliche VMs einer VSA genutzt werden könnte. Sie basiert im Grunde auf der Anpassung von Konfigurationsdateien und kann unterschiedliche Benutzer verwalten. Der erste Ansatz dieser Lösung ist aus dem Forschungsprojekt VOGUE (www.vogue-project.de) entstanden, aber bisher nur für FreeRADIUS umgesetzt worden. Eine Erweiterung auf andere VMs wäre wünschenswert. Zusätzlich wurde eine Visualisierungslösung für Netzwerkanmeldungen gezeigt, die anhand von Metadaten Informationen bereitstellt. Diese Lösung für die Überprüfung der erlaubten Zugriffe erweitert werden, so dass ein IT-Administrator visuell seine Konfiguration nochmals überprüfen könnte, bevor diese live geht. Auch dieser Ansatz lässt sich auf verschiedene VSAs anwenden, wenn sie den Standard IF-MAP unterstützen.
Die Zielsetzung des Treffens, eine einheitliche Sichtweise auf die umzusetzenden Entwicklungsarbeiten zu bekommen, konnte erreicht werden. Jeder Partner hat nun eine bessere Vorstellung davon, wie die einzelnen Arbeiten für die Gesamtlösung umgesetzt werden müssen. Auch die Schnittstellen sind klarer geworden. Nun wird das Projekt das nächste Arbeitspaket angehen, um die nächsten Meilensteine erfolgreich angehen zu können. Dabei wird insbesondere der australische Partner NICTA mehr mit eingebunden werden.