CeBIT 2017: ein kleiner Rückblick

Nachdem bereits in den letzten Jahren das vorherrschende Thema der CeBIT „d!conomy“ war, stand es auch in diesem Jahr mit dem Untertitel „no limits“ auf der Agenda. „Digitalisierung zum Anfassen“ wurde versprochen, was mit nahezu der gleichen Anzahl von Ausstellern geschah: 3.000 Austeller aus 70 Nationen boten erneut ihre digitalen Neuentwicklungen an. Darunter auch die DECOIT GmbH im Open Source Park, die in diesem Jahr sogar für ihre KITOMA-Telefonanlage mit dem ersten Preis von der Initiative Mittelstand ausgezeichnet wurde.

CeBIT-Eingangstor zur Halle 3 (u.a. Open Source Park)
CeBIT-Eingangstor zur Halle 3 (u.a. Open Source Park)

Die Digitalisierung wurde auf der CeBIT nicht nur bei der Eröffnungsfeier durch Angela Merkel großgeschrieben. Auch Japans Premierminister H. E. Shinzo Abe und der Präsident des Branchenverbands BITKOM Thorsten Dirks betonten, dass man die Anforderungen der Digitalisierung nur gemeinsam schultern könne. Merkel verwies auf 50 Milliarden Dinge (Internet of Things – IoT), die alleine in den kommenden drei Jahren miteinander vernetzt werden sollen. Dies ginge nicht ohne Standards und die notwendige Infrastruktur. An beidem fehlt es allerdings noch, zumal Industrieanlagen auf Vernetzung bisher nicht eingerichtet waren. Die Digitalisierung an sich ist aber kein neues Thema, da sie, seitdem der Computer aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, stetig vorangetrieben wird. So wird beispielsweise seit mehr als 30 Jahren ein papierloses Büro angestrebt, was durch diverse Dokumentenmanagementsysteme (DMS) auf der Messe gezeigt wurde. Allerdings wurde dieses Ziel noch immer nicht erreicht, auch wenn DMS-Lösungen leistungsstärker werden und durch Gesetzesrichtlinien zur Archivierung und Aufbewahrung für eine entsprechende Verbreitung sorgen. Auch IoT-Umgebungen werden noch Zeit für die Vernetzung brauchen.

Als Partnerland hatte Japan mit 120 Unternehmen einen großen Anteil daran, dass die Anzahl der Aussteller gleich blieb. Mit Japan zogen humanoide Roboter auf die Messe ein, denen menschliche Gesten nicht fremd waren und direkt durch mehrere integrierte Sprachen angesprochen werden konnten. Hier wurde der Einsatz von „künstlicher Intelligenz“ (KI) in einer überalternden Gesellschaft deutlich, wovon speziell auch Japan stark betroffen ist. Wie man KI weiter perfektionieren kann, zeigte IBM auf ihrem Stand mit System Watson, das als hilfsbereiter Bankangestellter Pepper oder als eigenständig fahrender Olli Bus auf sich aufmerksam machte.

Eigenständig fahrender Olli Bus von IBM
Eigenständig fahrender Olli Bus von IBM

Neben Robotern kamen auch immer mehr Drohnen auf der CeBIT zum Einsatz. So errichtete Intel auf dem äußeren Messegelände einen abgesperrten Drohnenpark, in dem immer wieder verschiedene Geräte vorgeführt wurden. Ginge es nach den Herstellern, so sollen Drohnen in Zukunft viele Aufgaben (z.B. Wartung von Anlagen, Überwachung) selbstständig übernehmen. Sie sind daher nicht mehr als reines Spielgerät zu verstehen, sondern durchaus für ernsthafte Anwendungen einsetzbar. Zur Steuerung von Drohnen kamen auch Virtual Reality (VR) Brillen zum Einsatz, die das Bild der Kamera in 360 Grad wiedergaben oder auf Gefahrengebiete aufmerksam machten. Ob sich diese durchsetzen werden, ist nach dem Abgesang der 3D-Technik noch offen. 

Die Cyber-Security bleibt ein wichtiges Thema und war auch dieses Jahr auf der CeBIT vertreten. So kam Edward Snowden erneut per Videoschaltung aus dem russischen Exil zu Wort. Trojaner und Phishing-Attacken werden immer raffinierter, so dass immer mehr Unternehmen in die Datenfallen laufen. Trotzdem gab es bei den Sicherheitslösungen wenige Neuerungen. Hauptsächlich wird versucht, bestehende Systeme handhabungsfreundlicher und leistungsfähiger anzubieten. Das Top-Thema „Security Information and Event Management“ der letzten Jahre wurde wesentlich weniger nachgefragt. Unternehmen verfolgen eher die Strategie den Zugang zum internen Netz zu erschweren, z.B. durch Network Access Control, als permanent nach Sicherheitslücken zu scannen. Dies kann auch Datenschutzgründe haben, denn um Anomalien einwandfrei erkennen zu können, würde bei interner Netzüberwachung auch das Verhalten der Mitarbeiter mit einbezogen werden.

Stand der DECOIT GmbH im Open Source Park
Stand der DECOIT GmbH im Open Source Park
Stand der DECOIT GmbH im Open Source Park
Stand der DECOIT GmbH im Open Source Park

Der VoIP-Bereich blieb allgegenwärtig, da die Deutsche Telekom den ISDN-Ausstieg weiter forciert. Aber auch dieser Bereich ist weiter geschrumpft. Zwar waren die Branchengrößen (u.a. Snom, Grandstream, Yealink, Starface, NFON) vertreten, aber es fehlten auch namhafte Aussteller, z.B. Gigaset. Die Asiaten drängen inzwischen mit Macht in diesen Markt, wie man an der Entwicklung von Yealink feststellen kann. Auch Snom hat dies inzwischen zu spüren bekommen. Nachdem die Fertigung bereits von Beginn an in China vorgenommen wurde, ist der deutsche Hersteller Ende letzten Jahres von der chinesischen VTech-Gruppe endgültig geschluckt worden. Neuerungen waren bei VoIP indes wenig auszumachen.

Präsentation von KITOMA im Open Source Forum
Präsentation von KITOMA im Open Source Forum

Die Open-Source-Telefonanlage Asterisk wird immer häufiger eingesetzt und ist inzwischen mittels Kamailio auch in sehr großen Telefonnetzen, z.B. bei Provider 1&1 mit ca. 4 Mio. Teilnehmern, in Betrieb. Ein bisschen problematisch war bisher immer die Asterisk-Bedienung. Proprietäre Lösungen, wie STARFACE, kompensieren dies, allerdings hingen sie von der darunter liegenden Asterisk-Version ab. Daher stellte KITOMA von der DECOIT GmbH auf der CeBIT eine echte Neuerung dar, weil diese web-basierte Lösung immer mit der neusten Asterisk-Version eingesetzt werden kann und mit Kundenanforderungen zukünftig weiter wachsen wird. Sie wurde auf der Messe mit dem ersten Platz des Innovationspreis-IT im Bereich Telekommunikation der Initiative Mittelstand ausgezeichnet.

Sieger DECOIT im Interview (Foto von initiative mittelstand)
Sieger DECOIT im Interview (Foto von initiative mittelstand)

Open-Source-Lösungen sind auch dieses Jahr wieder stark nachgefragt worden. Der Open-Source-Park wurde von der Deutschen Telekom und Huawei flankiert, da seit einem Jahr die „Open Telekom Cloud“ betrieben wird, die auf OpenStack (u.a. Linux, KVM) aufbaut. Diese sichere Cloud-Lösung richtet sich vornehmlich an Unternehmen, die sich in Deutschland noch etwas zurückhalten. Dennoch ist die Resonanz inzwischen zufriedenstellend. Auf einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus der Wirtschaft (DECOIT GmbH und Gonicus GmbH) und großen Anwenderfirmen (Nagel Car Group, LVM Versicherungen) zu „Open Source im praktischen Unternehmenseinsatz“ wurde festgestellt, dass freier Quellcode inzwischen überall zum Einsatz kommt, unabhängig von der Größe eines Unternehmens. Lösungen, wie Apache, Samba, Libre Office, haben sich inzwischen als Standards etabliert. Problematisch bleibt eher die Akzeptanz bei den IT-Administratoren aus dem Microsoft-Lager, da hier entsprechendes Linux-Wissen fehlt. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass mit Open Source Lizenzkosten gespart werden können, aber der administrative Aufwand zunehmen kann.

Podiumsdiskussion „Open Source im praktischen Unternehmenseinsatz“ mit der DECOIT
Podiumsdiskussion „Open Source im praktischen Unternehmenseinsatz“ mit der DECOIT

Letztendlich wird der Wettbewerb durch offene Lösungen angekurbelt, so dass sich daraus wieder innovative Anwendungen entwickeln können, was in einer rein proprietären Welt nicht der Fall wäre. Dies hat die Bundesregierung leider bisher noch zu wenig verinnerlicht, wie einvernehmlich festgestellt wurde, da hier oftmals proprietäre Hersteller-Lösungen zum Einsatz kommen. Das Paradebeispiel für Open-Source-Nutzung stellte bisher die Stadt München dar, die allerdings momentan ihre Linux-Strategie stark überdenkt. Sie wird durch den zunehmenden Teil von Windows-Applikationen quasi dazu gezwungen.

Telekom-Stand mit Bayern-Star Xabi Alonso zur Förderung des Event-Charakters
Telekom-Stand mit Bayern-Star Xabi Alonso zur Förderung des Event-Charakters

Um dem Ausstellerrückgang entgegenzuwirken, wurde auf der CeBIT ein neues Messekonzept bekanntgegeben. Sie wird nächstes Jahr im Sommer, 11.-15. Juni, stattfinden und soll verstärkt eine jüngere Zielgruppe ansprechen. So sollen mit dem „Festival für digitale Technologien“ wieder mehr Anwender und nicht ausschließlich das Fachpublikum gewonnen werden. Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt allerdings fraglich und muss die Zukunft zeigen. Denn neue Themen wären sicherlich wichtiger, als Open-Air-Events.

Die DECOIT GmbH zog ein positives Fazit aus ihrem Messeauftritt. Durch zwei Counter war sie präsenter und konnte den Besuchern parallel die eigenen Lösungen zeigen. Zwar besuchten im Vergleich zum Vorjahr insgesamt etwas weniger Teilnehmer den Stand, aber die Qualität der Gespräche blieb auf gleichhohem Niveau. Hinzu kam die erfreuliche Sieger-Auszeichnung für KITOMA in der Kategorie „Telekommunikation“, die auf der Messe entsprechend zelebriert wurde. Wir bedanken uns für alle Anfragen und Besuche und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Vorstellung von KITOMA auf der CeBIT 2017

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