Proxmox oder Hyper-V mit DataCore? Ein Praxistest der Storage-Funktionen

Bei der Modernisierung von Virtualisierungsumgebungen gewinnt Proxmox VE zunehmend an Bedeutung. Insbesondere als Alternative zu VMware, die seit dem Aufkauf durch Broadcom an ihren überzogenen Preisvorstellungen festhalten, bietet die Open-Source-basierte Virtualisierungsplattform interessante Möglichkeiten. Komplexer wird die Bewertung allerdings, wenn bereits eine zentrale Storage-Virtualisierung wie DataCore SANsymphony eingesetzt wird. In einem Praxistest haben wir daher untersucht, wie gut sich Proxmox in eine DataCore-basierte Speicherumgebung integrieren lässt und welche Unterschiede sich gegenüber Microsoft Hyper-V ergeben.

Grundsätzlich lässt sich Proxmox mit DataCore kombinieren, wie wir bereits festgestellt haben. Wichtige DataCore-Funktionen wie Spiegelung, Caching und Tiering können auch in einer entsprechenden Proxmox-Umgebung genutzt werden. Damit lässt sich DataCore weiterhin als zentrale Storage-Schicht einsetzen, während Proxmox die Virtualisierung der Server übernimmt. In unseren Tests zeigten sich jedoch Einschränkungen beim effizienten Umgang mit dem bereitgestellten Speicherplatz, wie nachfolgend erläutert wird.

Abbildung 1: Proxmox oder Hyper-V als VMware-Alternative
Abbildung 1: Proxmox oder Hyper-V als VMware-Alternative

In der von uns getesteten Kombination aus Proxmox und DataCore ließ sich Thin Provisioning nicht in der gewünschten Form nutzen. Für virtuelle Maschinen muss damit Speicherplatz auf der Storage-Seite vollständig berücksichtigt bzw. bereitgestellt werden. Die Auswirkungen werden insbesondere bei größeren VM-Umgebungen deutlich. Eine virtuelle Disk mit einer konfigurierten Größe von beispielsweise 1 TByte beansprucht Storage-seitig entsprechend große Ressourcen, auch wenn innerhalb der virtuellen Maschine tatsächlich nur ein Bruchteil dieses Speicherplatzes genutzt wird. Bei einer größeren Zahl virtueller Maschinen kann dadurch erheblich mehr Storage-Kapazität erforderlich werden als bei einer durchgängigen Thin-Provisioning-Lösung.

Noch deutlicher zeigte sich der Unterschied bei der Verwendung von Snapshots. In unserer Proxmox-/DataCore-Testumgebung belegten Snapshots Speicherplatz entsprechend der Größe der zugrunde liegenden virtuellen Disk. Ein Snapshot einer VM-Disk mit einer Größe von 1 TByte führte somit zu einem zusätzlichen Speicherbedarf von rund 1 TByte. Werden mehrere Snapshots einer VM benötigt oder existieren zahlreiche virtuelle Maschinen, kann der benötigte Speicherplatz dadurch sehr schnell anwachsen. Den geringeren Lizenzkosten stehen dann die Speicher-Zusatzkosten gegenüber. Gerade für Backup-, Test- und Update-Szenarien, in denen Snapshots regelmäßig eingesetzt werden, ist dies ein wesentlicher Nachteil.

Tabelle 1: Vergleich beider Einsatzkombinationen
Tabelle 1: Vergleich beider Einsatzkombinationen

Zum Vergleich wurde die gleiche grundsätzliche Storage-Architektur mit Microsoft Hyper-V betrachtet. Hier zeigte sich eine deutlich bessere Nutzungsmöglichkeit von Thin Provisioning und platzsparenden Snapshots. Dadurch lässt sich eine Hyper-V-/DataCore-Umgebung ähnlich strukturieren, wie dies bereits von anderen etablierten Kombinationen wie VMware mit DataCore bekannt ist. DataCore übernimmt weiterhin die zentrale Bereitstellung und Optimierung des Storage, während der Hypervisor seine Mechanismen für dynamisch wachsende virtuelle Datenträger und Snapshots nutzen kann. Einen direkten Vergleich bietet Tabelle 1.

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Proxmox grundsätzlich ungeeignet für den Einsatz mit DataCore ist. Funktionen wie Spiegelung, Caching und Tiering lassen sich durchaus sinnvoll miteinander kombinieren. Entscheidend ist vielmehr die konkrete Storage-Architektur und die Frage, welche Funktionen für den jeweiligen Einsatzfall benötigt werden. Hyper-V erwies sich allerdings in diesem Szenario als die flexiblere Lösung.

Für Unternehmen, die einen Wechsel ihrer Virtualisierungsplattform planen und DataCore weiterhin als zentrale Storage-Lösung einsetzen möchten, lohnt sich deshalb ein genauer Praxistest. Nicht allein die Funktionen des Hypervisors sind entscheidend, sondern das Zusammenspiel der gesamten Kette aus Hypervisor, virtuellem Datenträger, Storage-Protokoll und DataCore.

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